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Jahrgang 10

Haende mit Kerze und Stacheldraht

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Die folgenden Beiträge ...

... sind außerhalb des Unterrichts entstanden.

Herzlichen Dank!
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Wer erinnert sich noch?

Warum ist es wichtig, sich an den 27.01.1945, insbesondere an die Opfer, zu erinnern und ihnen zu gedenken? Lasst mich, um diese Frage zu beantworten, zunächst eine Gegenfrage stellen: Wer erinnert sich heute noch daran, was damals geschah?

Ich muss zugeben, obwohl ich weiß, was damals in Deutschland, während der Herrschaft der Nationalsozialisten passierte, sagte mir der 27.01. anfangs nichts. Dabei war es doch ein geschichtlich, mehr als bedeutendes Datum:

Das Vernichtungslager Auschwitz wurde von Soldaten der Sowjetunion befreit, nachdem dort von März 1942 bis November 1944 mehr als eine Millionen Menschen auf grausame Art und Weise ermordet wurden. Bekanntermaßen, richtete sich der unsägliche Hass der Nationalsozialisten vor allem auf die Juden, weshalb die meisten, dieser Opfer jüdischer Abstammung waren. Doch auch andere Volksgruppen, die von den Nazis als „Niedere Kreaturen“ und „Würdelose Tiere“ gesehen wurden, waren Opfer dieser beispiellosen Vernichtung. Unter anderem verloren auch unzählige Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte, Kriegsgefangene und Gegner der nationalsozialistischen Politik ihr Leben in Auschwitz, einzig und allein, weil die Nazis sie zu „lebensunwert“ erklärten.

So etwas scheint für viele heute undenkbar zu sein. Mit jeder Generation geraten unmenschliche Verbrechen wie diese mehr und mehr in Vergessenheit. Behauptungen wie „Das war doch damals, das geht mich doch heute nichts an“ und „Das ist doch alles Blödsinn, so schlimm kann das gar nicht gewesen sein, sonst wäre ja kein Jude unter meinen Nachbarn“ machen sich breit. Doch warum? Warum wird die Stimme der Verleugnung und der Gleichgültigkeit immer lauter? Warum beginnen immer mehr Menschen ausgerechnet jetzt damit die AFD zu wählen und teilweise sogar auf Hitler, wie auf einen Gott zurückzublicken? Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Der erste ist relativ einfach, die Menschen sind unwissend. In jeder Generation, gibt es diese Gedankenlosen, die gerne andere für sie denken lassen. So eine Person, kann mit 53 Doktortiteln vielleicht gebildet wirken, doch der IQ sagt nichts über die wirkliche Intelligenz eines Menschen aus. Diese „Unwissenden“ gab es schon immer und wird es leider mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch immer geben. Der zweite Grund ist da, meiner Meinung nach, deutlich beunruhigender. Die Menschen, die den zweiten Weltkrieg mitbekommen haben, sterben. Mit jedem Tag, der seit damals vergeht, werden es weniger, die sich an die tyrannische Schreckensherrschaft, aus eigenen Erfahrungen erinnern. Oftmals, konnten sie ihr Wissen nicht weitergeben, weil die Erinnerung ihnen zu große Schmerzen bereitete oder weil ihnen niemand zuhören wollte. Vorwiegend die jungen Leute, deren Verwandte aus dieser Zeit bereits vor ihrer Geburt verstorben waren, zeigen ein besonders niedriges Interesse dafür, mehr über den zweiten Weltkrieg und die damit verbundenen Verbrechen zu erfahren. In ihrem Halbwissen, verdrehen sich so manche Tatsachen. Hinzu kommt, dass man in der Schule erst kurz vor dem Abschluss diese Themen durchnimmt, wenn sich längst eine Meinung in den Schülern gebildet haben kann, die meistens zu über 90% mit der der Eltern übereinstimmt.

Wenn man nun zu der ursprünglichen Frage zurückehrt:

„Warum ist es wichtig, sich an den 27.01.1945, insbesondere an die Opfer, zu erinnern und ihnen zu gedenken?“

Frage ich dich, denkst du, dass es wichtig ist? Meinst du, dass man all diesen Ermordeten und ihren Angehörigen nicht zumindest den Respekt erweisen muss, sie und die kaltblütigen Verbrechen, die zu ihrem Tod führten nicht zu vergessen? Ihren Verlust kann sowieso durch nichts auf der Welt gemindert werden. Kannst du dir ihre Angst, ihre Verzweiflung und ihr Leid vorstellen?

Wenn du dies mit ja beantwortet hast, kann ich dir sagen, dass du nicht ehrlich zu dir selber warst. Niemand kann diese Gefühle nachempfinden. Deswegen, dürfen sie nicht in Vergessenheit geraten. Andernfalls könnte es passieren, dass wir oder nachfolgende Generationen in die schreckliche Lage kommen, dies am eigenen Leibe zu erfahren. Wenn ein Fehler gemacht wird, sollte daraus gelernt werden, doch wird der Fehler vergessen, wiederholt er sich zwangsläufig irgendwann.

von: Gina, 10c

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27. Januar - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Der 27. Januar ist ein Gedenktag an die Befreiung der Opfer aus dem Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau, welcher sich in diesem Jahr zum 76. Mal wiederholt. In diesem Vernichtungslager sind etwa 1,1 Millionen Juden grundlos ermordet worden. Die zukünftigen Generationen sollten auch die schlechten, brutalen Seiten Deutschlands erkennen und auch über die Geschichte Deutschlands lernen. Meiner Meinung nach ist dieser Zeit Deutschlands auch mit die wichtigste über die man zumindest etwas Bescheid wissen sollte.

Der damalige Bundespräsident Roman Herzog meinte „Erinnerung darf nicht enden, sondern sie muss auch zukünftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“. Das Geschehen von damals ist eine wichtige Erinnerung für Deutschland, welche deswegen auch im Gedächtnis der zukünftigen Generationen bleiben sollte und ihnen vielleicht auch etwas lehren sollte.

Auch Polens Staatspräsident Andrzej Duda meinte, dass diese Erinnerung von Auschwitz erhalten bleiben muss. Er warnte außerdem vor jedem Versuch der Fälschung der Geschichte: „Die Verfälschung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, das Bestreiten des Völkermords, das Leugnen des Holocaust, die Instrumentalisierung von Auschwitz für welchen Zweck auch immer - dies alles bedeutet eine Schändung des Gedenkens an die Opfer, deren Asche hier verstreut liegt." Die Wahrheit über den Holocaust dürfe nicht "sterben", sagte Duda. "Wir müssen uns weiter an Auschwitz erinnern, sodass sich der Holocaust nie wieder in der Geschichte der Welt wiederholen kann."

Genau deswegen ist es wichtig, dass wir und auch die zukünftigen Generationen sich an das Geschehen von damals erinnern, damit sich dieses nie wieder wiederholen kann.

von: Louisa, 10c