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Jahrgang 12

Haende mit Kerze und Stacheldraht

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Auschwitz fordert uns täglich heraus, unser Miteinander nach Maßstäben der Menschlichkeit zu gestalten.

Am Ende des Halbjahres beschäftigten wir uns im Deutsch E-Kurs des 12.Jahrgangs mit der Fragestellung, ob der Holocaust nicht alle idealistischen Vorstellungen vom Menschen als einem zur Humanität fähigen Individuum widerlegt? Und was bedeutet eigentlich Humanität? Die Auseinandersetzung mit diesem Thema als Beitrag zum Gedenktag „Wider das Vergessen“ wurde durch den zweiten coronabedingten Lockdown erschwert. Wie führt man Diskussionen, tauscht sich aus, lernt unterschiedliche Standpunkte kennen und bekommt ein Feedback durch die Gruppe, wenn man auf Distanz ist? Doch trotz dieser Erschwernisse entstanden unterschiedliche Ergebnisse, die sich mit Antworten und weiterführenden Fragestellungen beschäftigen. Denn

„…alles, was das Böse benötigt, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit.“

(Kofi Annan, Friedensnobelpreisträger 2001)

T. König

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Humanität

Ein lauter Schrei der Menschen: „Wir müssen doch kämpfen!“ Wo sind die Rechte? Wo sind die guten Taten? Manche schlucken sie wie einen Braten Kein Verständnis, kein Gefühl, man male die Harmonie mit Acryl Vielleicht würden manche verstehen, dass Menschlichkeit ist, was man nicht sollte übersehen Es ist das passende Puzzleteil zum Leben, drum lasst uns doch alles für geben Jeder trägt es in sich, also tu etwas und sprich! Wer Humanität nicht zeige, ist meiner Meinung nach einfach nur feige Bedeutung tragen die Züge jeder Person, man kann daran arbeiten in jeder Situation Keiner kann mir erzählen, dass er die Absicht hat, andere zu quälen Sinnlichkeit, Sittlichkeit, Respekt und Harmonie, manche Menschen halten sich fern davon als hätten sie eine Allergie Doch ohne all das haben wir ein Problem, oder hat die Welt ein programmiertes System? Ein System, das keine Menschlichkeit braucht, man wäre es unglaublich, wenn es auftaucht! Seien wir aber mal ehrlich, ein Leben ohne die guten Taten ist gefährlich Also lass uns kreischen, lass uns schreien, wir sollen nicht ausnutzen das wir Leben im freien Menschen werden genötigt, also wo sind die Gefühle, wenn man sie benötigt? Vergleicht man ein Menschenrecht mit der Größe einer Fliege? So klein und zart, dass keiner sie kriege? Das sind die Fragen der Fragen, wir werden‘s vielleicht nie wissen, Aber vieles kann man sagen.

von: Indira Indorf
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Was bedeutet für mich Humanität?

Humanität, ein Wort, das in einem Land des Überflusses, wie Deutschland, jedem geläufig sein sollte, nein, jedem geläufig sein muss. Ein Wort, dass nicht nur gekannt werden muss, sondern bei dem sich jeder verpflichtet fühlen sollte, stets nach seinen Grundsätzen zu handeln. Grundsätze, welche unverzichtbar sind, für jeden Einzelnen von uns und dadurch auch für uns als Gesellschaft.

Humanitäres Verhalten hätte uns in junger und ferner Vergangenheit viel Leid, Unbehagen und Trauer erspart. Die Vergangenheit sollte uns deswegen eines Besseren belehrt haben und in Zukunft vor gleichem Fehlverhalten wahren, sie sollte uns gezeigt haben, wozu inhumanes Handeln führt. Um in Zukunft humanitär zu handeln, müssen wir uns und unser Verhalten reflektieren, wir müssen uns und unsere Mitmenschen akzeptieren.

Humanität bedeutet nicht gegen, sondern miteinander, nicht auszugrenzen, sondern zu integrieren, nicht Hass, sondern Liebe, nicht ich, sondern wir. Es heißt, jeden Menschen mit Würde zu behandeln, anzuerkennen, zu helfen.

Es bedeutet auch, nicht zu missachten, nicht auszunutzen und nicht zu erniedrigen.

Humanitäres Handeln ist der Grundstein für ein sittliches, friedvolles und moralisches miteinander und deshalb ist das Streben nach ihr unabdingbar.

von: Tom Boyer
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Ein Tänzer

Ein Tänzer Steht auf einem allzudünnen, drahtgewund’nen, straffen Seil. Bebt und zittert, wendet, streckt sich, Fürchtet den Weg, fürchtet den Fall. Doch bietet er - ganz der Charmeur - Sich nicht der Tiefe und der Masse an, in seinem Reigen? Lehnt sich, dehnt sich, beugt sich grad Dem Boden und dem Abgrund zu, Wo Löwen und wo Tiger ihre Rachen zeigen? Doch schau: der Tänzer und die Bestien Treten zeitgleich auf. Die einen auf dem Boden, der andere und der Höh’ Doch gleich an Zeit, beinah’ synchron Recken sie die Glieder. Ganz plötzlich da Da will der Tänzer Wohl die Stange fallen lassen, Weil sie rostig ist. Und wankt gefährlich nah dem Abgrund zu. Ist ganz der Clown, der Hampelmann, Der sich zum Spaß (aus Dummheit Oder blindem Wahn?) Ein Bein verlustig gehen lässt, Das ihn doch trägt Auf seiner Irrfahrt, seinem Tanz. Noch taumelt er - Er wird’s wohl schaffen, Die and’re Seite zu erreichen, Die ihm Applaus und Segen spenden. Dazu - man hört - Auch Tugenden, Moral - und Menschlichkeit. Doch nicht aus eig’ner Kraft, aus eig’nem Mut Wird er ohn’ Zwischenfall, Die and’re Seite reichen. Aus Fremdverschulden: Aus Umsicht and’rer, die Ein Netz dort spannten, wo er stürzen, wo er fallen könnte. Doch tun sie’s auch beim nächsten Tanz? Hat nicht der Mann, Der nicht den and’ren auch das Netz aufspannt, Der selbst nur schwelgt, der nichts Den Freunden tut, zu ihrem eig’nen Leben Nichts in ihren Reihen mehr An ihrem Tisch zu finden? Wird er’s drum schätzen? Nein, er ist das ur- in vielen Menschen. Ein Tänzer überm Abgrund, ganz allein.

Der einzelne Mensch lebt wie bei einem Balanceakt auf einem dünnen Seil in einer Gesellschaft in der Notwendigkeit, sich von anderen unterstützen zu lassen - aber auch andere zu unterstützen und sie als nicht einfach wegkürzbaren Seil der Gemeinschaft wahrzunehmen. Das ist der Kernpunkt einer solidarischen, humanen Gesellschaft.

von: G.Grünthal
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Erinnerungsorte

von: Jette